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Die Orgeln im St. Petri Dom Bremen

Zur Geschichte der großen Orgeln im St. Petri Dom:

Bereits im 14. Jahrhundert wird über einen regen Gebrauch der Orgel im Bremer Dom berichtet. Die älteste Orgel jedoch, über die etwas bekannt geworden ist, mag nach Vollendung des Nordschiffs Anfang des 16. Jahrhunderts in den Dom gekommen sein. Wir wissen nur, dass sie 1596 durch Cornelius und Michael Siegel aus Zwolle und 1630 durch den bremischen Orgelbauer Johann Sihorch repariert worden war.

Im Laufe der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts war das Instrument jedoch so schadhaft geworden, dass es einer ständigen Pflege bedurfte und schließlich durch einen Neubau ersetzt werden musste. Da in Bremen kein Orgelbauer mehr ansässig war, ließ man sich durch Arp Schnitger aus Hamburg ein repräsentatives dreimanualiges Instrument bauen, das im Westen aufgestellt wurde und mit seinen 50 Registern und zwei 16´- und zwei 8´-Prinzipalen im Prospekt zu den größten und schönsten im norddeutschen Raum gehörte. Selbst Abbé Vogler hatte das Werk um 1800 als eines der besten gelobt.

Im 19. Jahrhundert fiel die Schnitger-Orgel, die wegen Kirchbauschäden im Westwerk ständiger Reparaturen bedurfte, dem Zeitgeschmack zum Opfer. Wilhelm Friedrich Riem, 1814 bis 1857 Organist am Dom, ließ zu Beginn seiner Amtszeit das Werk umbauen und mit romantischen Stimmen anreichern, um eine stärkere Grundtönigkeit zu erzielen. Dieser Umbau war wenig zufrieden stellend, weil keine gute Windversorgung mehr gewährleistet war und die Arbeiten des Orgelbauers Otto Biesterfeld wohl nicht besonders gut ausgeführt worden waren.

Ein neues Instrument mit 61 Registern wurde 1849 auf einer neuen Westempore des Doms aufgestellt, das der angesehene Orgelbaumeister Johann Friedrich Schulze aus Paulinzella in Thüringen erbaut hatte. Der klangliche Eindruck dieser neuen Orgel mit vier 32'- Registern (davon zwei in den Manualen), zehn 16' Registern (davon fünf in den Manualen) und einer Quinte 24' im Pedal muss überwältigend, nach dem Zeugnis des Lübecker Organisten Jimmerthal „fast erdrückend" gewesen sein.
Das Werk Schulzes hatte nur eine kurze Lebensdauer. Wenn ein Bericht aus dem Jahre 1893 starke Mängel an den Windladen und Bälgen und weit fortgeschrittenen Wurmfraß an allen Holzteilen feststellte, waren vor allem Witterungseinflüsse durch die 1889 begonnenen Bauarbeiten an der Turmseite des Doms die Ursache. Auch bestand seitens des Organisten der Wunsch, die mechanische Orgel durch ein Instrument mit „moderner" Traktur zu ersetzen.

Im Rahmen der umfassenden Erneuerungsarbeiten am Dom durch Max Salzmann wurde die Schulze-Orgel 1894 durch ein pneumatisches Werk von Wilhelm Sauer ersetzt. Das Gehäuse von 1849 und ein Register (Contrabass 32') wurden in den Neubau übernommen.

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