Der Bleikeller
 Besucher-Info 

Mehr als eine Kuriosität – der Bremer Bleikeller

Acht Mumien aus mehreren Jahrhunderten

Eine gruselige Entdeckung machte Ende des 17. Jahrhunderts ein Geselle des berühmten Orgelbauers Arp Schnitger, als er in der Ostkrypta des Doms mehrere Kisten öffnete, denn sie enthielten zu seiner Überraschung gut erhaltene Mumien.

Diese acht Mumien aus dem 17. und 18. Jahrhundert werden in einem Keller südlich des Doms zusammen mit ausgewählten Kunstwerken, die sich mit der Endlichkeit des Lebens befassen, ausgestellt. Sie belegen das trockene Klima des Doms, in dem die Körper Verstorbener mitunter schneller trockneten, als sie verwesen konnten.

Hoffnung über den Tod hinaus

Die Domgemeinde ist sich der besonderen Verantwortung bewusst, die dieser Raum mit sich bringt: Denn ein Besuch im Bleikeller erinnert uns: Das Leben ist endlich. Auch wir werden einmal sterben. Obwohl wir dies wissen, weichen wir diesem Gedanken gerne aus. Die Mumien halten uns also einen Spiegel vor, indem sie uns an die eigene Vergänglichkeit erinnern, diese Auseinandersetzung passiert durch die Begleitung der Kunstwerke jedoch unter dem Zeichen der Hoffnung auf ein ewiges Leben.

Öffnungszeiten

April bis Dezember:
Mittwoch bis Sonntag und Feiertag 11 bis 17 Uhr
Montag und Dienstag geschlossen
Karfreitag und 1. Mai geschlossen

Preise

3 €regulärer Eintritt Erwachsene
2 € regulärer Eintritt Kinder unter 12 Jahren
2 €Erwachsenengruppen ab 10 Personen
1 €Kindergruppen
(bis 12 Jahre und Schulklassenführungen)
10 €Familienticket mit 2 Erwachsenen mit beliebig vielen Kindern unter 18 Jahren

Kombiticket Turm und Bleikeller:

5 €Kombiticket Turm und Bleikeller Erwachsene
3 €Kombiticket Turm und Bleikeller Kinder bis 12 Jahre
(keine Gruppenermäßigung bei Kombitickets)
15 €Familienticket mit 2 Erwachsenen mit beliebig vielen Kindern unter 18 Jahren

Die Mumien

Einige der Mumien sind namentlich bekannt, bei anderen ist man auf Mutmaßungen angewiesen. In den vergangenen Jahrhunderten entstanden so allerhand kuriose Vermutungen und Behauptungen, die Sie bei einer Führung erfahren können.

Psalm  139

Von allen Seiten umgibst du mich und siehst alle meine Wege. Führe ich gen Himmel, so bist du da; bettete ich mich bei den Toten, siehe so bist du auch da. Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer, so würde auch dort deine Hand mich führen und deine Rechte mich halten.   

Raumeindruck

In einem Kellergewölbe südlich des Doms (Eingang im Bibelgarten) befinden sich heute die Bleikellermumien. Ursprünglich waren sie in der Ostkrypta gefunden worden, in der man Blei lagerte, das man für dachdeckerarbeiten benötigte. Daher stammt die bis heute gebräuchliche Bezeichnung „Bleikeller“.

„Dachdecker“

Bei diesem Toten war man sich jahrhundertelang sicher: Sein zum Schrei geöffneter Mund bewies, dass es sich um einen vom Dach des Doms gestürzten Dachdecker handelte. Eine Röntgenuntersuchungen 1985 führte zu gänzlich anderen Ergebnissen: Der Verstorbene erlag einer Schussverletzung. Haben wir es hier mit einem Soladaten aus dem 30jährigen Krieg zu tun?

Sarkophag

In den 1960er Jahren musste man überrascht feststellen, dass der Sarkophag für Georg Bernhard von Engelbrechten leer war, tatsächlich befand sich die Leiche schon seit dem frühen 19. Jahrhundert inkognito im Bleikeller.

Jonas

Nach drei Tagen wird Jonas, den auf dem Meer ein großer Fisch verschluckt hatte, ans rettende Ufer gebracht, am dritten Tage verließ Jesus das Reich des Todes – die Jonas-Geschichte transportiert in eindrücklichen Bildern die Hoffnung auf ein Leben über den Tod hinaus.