Glocken
 Das Bauwerk 

Der St. Petri Dom besitzt z.Zt. vier Glocken, davon hängen drei im Nordturm und eine im Südturm – letztere kann man beim Turmaufstieg betrachten, während man die Treppen erklimmt. 

Jetzt beginnt ein neues Projekt: Die Wiederherstellung des historischen Geläuts von 1896

Zeitstrahl zur Geschichte der Domglocken

1891 hingen nur die Glocken GLORIOSA und MARIA vom Erzgießer Ghert Klinghe im Nordturm.
Es folgten Planungen zur Erweiterung des Geläuts.

1892  Bremer Senat spendet 2 französische Geschützrohre für die BREMA

1893  Glockenguss WILLEHAD (Ton es) und HANSA (Ton des)

Einschmelzung MARIA von Ghert Klinghe

 1894-1896  Glockenguss BREMA (Ton GES), MARIA (Ton f) – Spende H. Kellner und  Felicitas (Ton ges) –  Spende Konsul Thewes

1917 Zwangs-Metallabgabe 4  Glocken –  außer GLORIOSA und BREMA

1919  Bußtag – BREMA reißt, Glocke unbrauchbar

1925  Abtransport defekte BREMA/  Um-/ Neuguss von 3 Glocken

BREMA (Ton g), HANSA (Ton d) und MARIA-FELICITAS (Ton e)

1940  Ankündigung 2. Metall-Zwangsabgabe

1943  Zwangs-Abnahme BREMA, HANSA und MARIA-FELICITAS

1945  Kirchenvorstand beschließt Neuguss  von 2 Glocken

1951  Glockenguss HANSA (Ton d) und FELICITAS (Ton e)  

1962  Glockenguss BREMA (Ton G) – Spende Bremer Familie

1972  BREMA  springt (erneut) am 2 Weihnachtsfeiertag

1975  BREMA nach Schweißen zurück; max. nur 10 min Läuten

2017 BREMA – Stilllegung wegen gravierender Mängel

2022   Domkonvent beschließt Rekonstruktion des Geläuts von 1896, nachdem Spende für Neuguss der BREMA bekannt wurde

16.12.2022 – Neuguss der BREMA (Ton G), der
SCHÖPFUNGSGLOCKE (Ton g ) und der GERECHTIGKEITSGLOCKE (Ton fis)

Glockenportraits des Domgeläuts

GLORIOSA, 1433 –  Ghert Klinghe  – Ton H  – 3443 kg, 

Inschrift: mehrzeilig,  4 Bildnisse in Ritzetechnik

Überstand Turmeinsturz 1638/ Turmbrand 1656 und beide Weltkriege

HANSA, 1951 –  Firma Otto, Bremen  –  Ton d1 – 1950 kg,

Inschrift: VERBUM DOMINI MANET IN AETERNUM – A.D.1951

FELICITAS, 1951 –  Firma Otto, Bremen – Ton e1 – 1375 kg,

Inschrift : DONA PACEM DOMINE DIEBUS NOSTRIS – A.D. 1951

SCHÖPFUNGS-GLOCKE, 2022 –  Fa. GRASSMAYR, Innsbruck – Ton g1 – ca. 870 kg

Inschrift: Du sendest aus deinen Odem und machst neu die Gestalt der Erde, Psalm 104, 30

GERECHTIGKEITSGLOCKE, 2022, Fa. GRASSMAYR, Innsbruck – Ton fis1 – ca. 1050 Kg

Inschrift: Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und seiner Gerechtigkeit, Matthäus 6, 30

FRIEDENS-GLOCKE BREMA, 2022 – Fa. GRASSMAYR, Innsbruck – Ton G0 – 7150 Kg

Inschrift : Richte unsere Füße auf den Weg des Friedens, Lukas 1, 79

Gegossen 1894 + gesprungen 1919 + umgegossen 1925 + zerstört 1943 +
neu erstanden 1962 + gesprungen 1972 + neu gegossen 2022

Die HANSA  ist auf den Ton d1 gestimmt. Sie hat ein Gewicht von ca. 2 Tonnen, eine Höhe von ca. 125 cm und einen Durchmesser von ca. 150 cm. 

Ihre Inschrift lautet:
„Verbum Domini manet in aeternum — Anno Domini MCMLI“
(„Des Herrn Wort bleibt in Ewigkeit – Im Jahre des Herrn 1951“)

Die FELICITAS, gestimmt auf den Ton e1, wiegt ca. 1.400 kg mit einem Durchmesser von ca.135 cm und einer Höhe von ca. 120 cm.

Ihre Inschrift lautet:
„Dona pacem Domine diebus nostris – Anno Domini MCMLI“
(„Verleih uns Frieden, Herr, zu unserer Zeit – Im Jahre des Herrn 1951“)

Diese 3.443 kg schwere Glocke von 1433 hat einen Durchmesser von ca. 176 cm und erklingt auf Ton H. 

Die Glocke GLORIOSA hing zusammen mit 7 weiteren Glocken im Südturm, als dieser am 27.1.1638 einstürzte. Auch den Brand des neu aufgerichteten Nordturms im Jahre 1656 überstand sie.
Die GLORIOSA konnte in beiden Weltkriegen vor der Einschmelze bewahrt werden und läutete ab 1943 zunächst als einzige Domglocke .